Mit einer wahrhaft atemberaubenden Performance hat Weltcup-Youngster Lara Colturi die Pisten beim Nachtslalom in der Flachau (AT) nicht nur erfolgreich bezwungen, sondern sich dabei auch erstmals in die Top-Ten eines Weltcup-Rennens eingereiht. Ihr Slalom-Feuerwerk entzündete sich dabei vor allem im zweiten Lauf und beförderte die Italienerin auf den starken 9. Podestplatz. Ein magischer Moment, der besonders die Herzen der Skisportfans erobert hat und Lara Colturi, trotz ihrer zarten 17 Jahre, immer mehr zu einer mehr zur absoluten Grösse im Weltcup macht. 

Wir hatten die Gelegenheit gemeinsam mit Lara die vergangenen Monate Resümee passieren zu lassen und haben uns mit dem Ski-Ass dabei über den doch nicht ganz so einfachen Sommer, den ersten Abschnitt der aktuellen Weltcup-Saison und natürlich über die Sensation in Flachau ausgetauscht.

Auf dem Weg zu neuen Höhen

Lara, erste Top-10-Platzierung im FIS Weltcup. Wie fühlt es sich an?
Lara Colturi: Ich bin super glücklich, hatte wundervolle Gefühle und konnte im Rennen im Grossen und Ganzen umsetzen, woran ich im Training gearbeitet hatte. Im ersten Lauf (Startnummer 60) war die Piste bereits abgefahren, aber ich habe einfach trotzdem versucht, mein Bestes zu geben. Im zweiten Lauf habe ich dann auf einer glatten Schneeoberfläche etwas mehr Druck ausüben können, gepusht und erfolgreich ein wirklich sehr gutes Ergebnis erzielt. Alles hat perfekt gepasst. 

Wie fühlst du dich besonders nach deiner Verletzung der Vorsaison generell und wie zufrieden bist du im Allgemeinen mit den ersten Monaten nach deiner Rückkehr?
Lara: Ich hatte rund acht Monate Reha und habe die Skisaison erst so wirklich im Oktober begonnen. Natürlich hatte ich keine grossen Erwartungen für die bevorstehenden Rennen. Jetzt bin ich aber wirklich glücklich mit meiner Leistung und den Ergebnissen, die doch etwas überraschend gut sind. Mir geht es also wirklich sehr gut, meine Form wird immer besser, und mein Knie ist in Ordnung.

Vor dem Top-Ergebnis in der Flachau hast du ja vor einigen Wochen in Kranjska Gora schon gezeigt, was du kannst. Was war so besonders an diesem Rennen?
Lara: Die Bedingungen waren schwierig, mit hohen Temperaturen, Regen und einer sich verschlechternden Schneeoberfläche. Das sind alles Bedingungen, die ich nicht besonders mag, besonders wenn ich mit einer hohen Startnummer beginnen muss. Dennoch bin ich natürlich froh, dass ich trotzdem abliefern konnte. In der Kombination habe ich mich im Slalom (13. Platz mit Startnummer 55) einfach nur versucht, mich auf meinen Lauf konzentriert. Mein Vater gab mir zudem noch ein, zwei wichtige Ratschläge, die mir dann besonders bei den schweren Bedingungen noch zusätzlich unterstützt haben. 
 

Hast du jetzt noch konkrete Ziele, die du bis zum Ende der Saison erreichen möchtest?
Lara: Ich möchte mich besonders auf die kleinen Ziele konzentrieren und Schritt für Schritt einfach immer etwas schneller werden. Nachdem ich letzten Sommer nicht viel auf den Ski gestanden bin, möchte ich jetzt bald in der Lage sein, mich Schritt für Schritt an sämtliche Belastungen herantasten zu können, damit ich sowohl beim Training wie auch beim Rennen auf alles vorbereitet bin.

Es stehen noch einige Rennen aus. Gibt es ein bestimmtes Weltcup-Event, auf das du dich besonders freust?
Lara: Das gibt es, ja! Ich habe sehr gute Erinnerungen an Krönplatz, wo ich im letzten Jahr meine persönlichen Bestleistungen erzielt habe. Soldeu und Åre sind für mich hingegen unbekanntes Terrain und ich bin aber genau so gespannt darauf, was mich dann in Andorra und in Schweden erwarten wird.